Welchen Gefahren sind Bienen ausgesetzt?
Seit Jahrzehnten ist bei vielen Bienenarten und anderen Insekten ein starker Rückgang zu verzeichnen. Dies zeigt sich eindrücklich in der 2024 aktualisierten roten Liste der Bienen in der Schweiz: 10% der Bienenarten sind bereits ausgestorben, fast die Hälfte der untersuchten Bienenarten ist in unterschiedlichem Ausmass gefährdet.
Der kürzlich erschienene Bericht der SCNAT über die Biodiversität in der Schweiz basiert auf jahrzehntelanger Forschung und zeigt Veränderungen der Vielfalt in der Landwirtschaft, in Städten, in Wäldern und alpinen Landschaften von 1900 bis heute auf.
Die Gründe für den Biodiversitätsverlust sind vielschichtig und eng mit unseren Ernährungs- und Landwirtschaftssystemen und fortschreitender Verbauung von Flächen verknüpft.
Um den Biodiversitätsverlust zu bremsen, braucht es dringend ein Umdenken und Mut, andere Wege zu gehen – damit es für alle einfacher wird, umweltfreundlichere und gesündere Entscheidungen treffen zu können.
Gemeinsam für eine summende und blühende Landschaft ♡.

Wie unser Ernährungssystem und Bauverhalten Bienen auf Dauer zusetzt
Wir sind uns gewöhnt im Supermarkt eine riesige Auswahl an makellosen tierischen Produkten, Gemüse und Früchten zu sehen. Ist eine Kirsche eingedellt, wird sie aussortiert, hat ein Apfel kleine Narben oder ist ein Brokkoli blau-violett statt dunkelgrün, kann er oft nicht mehr verkauft werden. Nur ein Bruchteil, was auf dem Acker wächst, wird überhaupt von den Händlern abgenommen und landet schliesslich auf unseren Tellern. Das setzt Landwirt:innen unter Druck – und damit die Böden, die Gewässer und viele Lebewesen.
Bei vielen Wildbienenarten beobachtet man seit Jahrzehnten eine Verkleinerung ihres Verbreitungsgebietes. Ein zu geringes Blühangebot, der Verlust an wertvollen Kleinstrukturen, eine falsche oder übermässige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, der Klimawandel sowie die Ausbreitung von Pathogenen werden als Hauptursachen für den Rückgang angesehen. Zudem kommt es vor, dass sich diese Stressfaktoren gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken können. Honigbienen sind zwar im Gegensatz zu Wildbienen nicht gefährdet, ihre Dichte ist dank der Pflege durch Imker:innen weiterhin hoch, aber auch sie sind auf ein vielfältiges Blühangebot angewiesen und von Schäden durch Pflanzenschutzmittel betroffen.

Zu knappes Blühangebot
Bienen benötigen Nektar als Kohlenhydrat- und Pollen als Eiweissquelle, um sich selbst und auch ihren Nachwuchs zu ernähren. Das Problem: In stark verbauten Regionen und intensiv bewirtschafteten Flächen fehlt es an genügend Blüten; vor allem früh im Jahr und im Spätsommer und Herbst ist es knapp. Eine zeitlich gestaffelte Mahd kann vielen Bienen helfen, dass nicht auf einen Schlag alles weg ist. Hecken mit früh- und spätblühenden Sträuchern mit Wildrosen, Sal-Weiden, Kornelkirschen helfen nicht nur Bienen, sondern bieten auch Vögeln und Kleinsäugern Unterschlupf und willkommene Snacks.



Auch mehrjährige Blühstreifen neben Ackerflächen können helfen, Engpässe zu puffern und locken erst noch Nützlinge an, die mithelfen können Schädlinge in Schach zu halten. Idealerweise sollten in der Nähe solcher Streifen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden, damit sie nicht zu einer „ökologischen Falle“ werden.
Übermässige Düngung verdrängt Artenvielfalt
Viele Wildbienenarten sind spezialisiert auf eine Pflanzenfamilie oder sogar eine Gattung. Fehlen diese Pflanzen, können sie in dieser Region nicht überleben. Oft sind Wildpflanzen besser an nährstoffarme Böden angepasst: Bei übermässiger Düngung weichen extensive Wiesen jedoch eintönigen Fettwiesen, wo viel weniger Pflanzenarten pro Fläche zu finden sind. Je weiter eine Wildbiene fliegen muss, um genug Pollen zu sammeln, desto weniger Brutzellen kann sie in ihrer kurzen Flugzeit versorgen.
Honigbienen haben da etwas Hilfe: Wenn sie zu wenig Nahrung finden, können Imker:innen rechtzeitig reagieren und zufüttern. Allerdings ist die Zusammensetzung des Zuckerwassers oder Zuckersirups nicht gleich wie die von Blütennektar. Um die Wildbienenfauna nicht weiterem Druck auszusetzen, sollten gerade in Naturschutzgebieten oder an deren Rand keine Honigbienenvölker aufgestellt werden. Ist das Nahrungsangebot sehr knapp, kann es nämlich vorkommen, dass Honigbienen und Wildbienen um die wenigen Ressourcen konkurrenzieren. Durch ein hohes Blütenangebot vom Frühling bis Herbst lässt sich dies aber klar vermeiden.
Verlust an Kleinstrukturen
Landschaften und Gärten sind heutzutage oft „sehr aufgeräumt“. Es fehlt an Kleinstrukturen wie Totholz, Steinhaufen, offenen, sandigen Bodenstellen, Trockenmauern, Hecken, Krautsäumen und Wasserstellen. Die Erhaltung kleinräumig strukturierter Landschaften und blütenreicher Lebensräume wie Sand-, Kies-, Lehmgruben, extensiv genutzte Wiesen, Säume und Ruderalstellen ist am effektivsten, um eine artenreiche Wildbienenfauna zu schützen.



Auch subventionierte Fördermassnahmen, die neue Kleinstrukturen schaffen, können, wenn sie richtig umgesetzt werden, den Bienen und anderen Lebewesen wertvollen Unterschlupf bieten. Idealerweise bieten sie Wildbienen Platz, um ihr Nest zu bauen und das benötigte Baumaterial zu sammeln. 75% der Wildbienenarten nisten im Boden. Ideal sind sonnige, offene Bodenstellen aus Sand oder Löss. Als kleine „Ingenieurinnen“ des Bodens sorgen sie mit ihren Gängen dafür, dass der Boden aufgelockert und besser belüftet wird und somit leichter Wasser aufnehmen kann.
Andere, wie z.B. die Holzbiene, nisten gerne in Totholz. Früher gab es deutlich mehr Streuobstwiesen als heute, wo Holznistende reichlich Platz fanden. Man kann aber auch im eigenen Garten Totholz an einem sonnigen Plätzchen aufschichten oder Baumstrünke stehen lassen. Manche Wildbienen nisten gern in Pflanzenstängeln von Königskerzen oder Brombeerstängeln. Lassen Sie diese im Herbst und Winter gerne bis im Mai/Juni stehen, damit die Bienen in Ruhe schlüpfen können. Besonders wichtig: Ein Blütenbuffet sollte nicht weiter weg als wenige hundert Meter vom Nistplatz entfernt sein. Ein Weibchen der Schwarzen Mörtelbiene braucht allein für die Ernährung ihrer Nachkommen den Pollen von über 1000 Esparsetten-Blüten!
Gefahren durch Pflanzenschutzmittel
Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist oft mit grossen Risiken für die Umwelt, die Biodiversität und die menschliche Gesundheit verbunden [1]. Dass Vergiftungen der Insekten durch Pflanzenschutzmittel vorkommen, ist leider eine Tatsache. Dass heutzutage viele Mittel in Bezug auf die Bienenverträglichkeit getestet und bei akuter Toxizität nicht auf dem Markt zugelassen werden oder die Zulassung entzogen wird, ist ebenfalls richtig. Meist werden die Mittel auf Honigbienenvölker getestet. Wie Wildbienen darauf reagieren, ist oft kaum erforscht. Zudem werden die Mittel oft nur einzeln und nicht in Kombination mit anderen ausgebrachten Pflanzenschutzmitteln getestet. Sogenannte „Cocktail-Effekte“ sind allerdings nicht zu unterschätzen. Manchmal braucht es sehr lange, bis die Zulassung trotz sichtbarer Schäden entzogen wird oder sie bleiben auf dem Markt – aus Angst vor drastischen Ernteausfällen und damit verbundenen hohen Kosten. Die Liste an Pflanzenschutzmitteln, die auch Bienen zusetzen können, ist lang.
Problematische Neonicotinoide?
Neonicotinoide sind Insektizide, die an Nervenzellen der Insekten wirken. Sie kamen in den 90ern auf den Markt und wurden auf Grund ihrer starken systemischen Wirkung gegen Schädlinge schnell weltweit mit grossem Erfolg eingesetzt. Sie werden von Pflanzen gut über die Wurzeln aufgenommen und dann in die ganze Pflanze transportiert und schützen Pflanzen sehr gut sowohl vor beissenden als auch vor saugenden Insekten (z.B. Blattläuse, weisse Fliegen, Kirschessigfliegen u.v.m.). Aufgrund ihrer systemischen Wirkung werden Neonicotinoide vor allem prophylaktisch als Saatgutbeizmittel verwendet, es gibt sie aber auch in Form von Sprays oder sie werden der Bewässerung beigemischt. Mit der Zeit mehrten sich Hinweise und Studienergebnisse, dass Neonicotinoide nicht nur Schädlingen schaden, sondern auch Nicht-Ziel-Insekten wie Honigbienen und Hummeln. Je nach ausgesetzter Dosis beeinträchtigt es ihren Orientierungssinn, ihre Brutgrösse, ihre Immunantwort oder Entgiftungsprozesse.
Das Problem: Neonicotinoide können sich auch im Pollen und Nektar anreichern und werden so zum Teil auch von Bestäubern aufgenommen. 2013 wurden in der EU stärkere Restriktionen bezüglich der Nutzung dieser Stoffe eingeführt. Zum Beispiel dürfen die Sprayanwendungen nicht mehr in blühenden, für Bienen attraktiven Kulturen angewendet werden. Mittlerweile wurde 4 von 5 dieser Mittel die Zulassung in der EU (ab 2018) und später auch in der Schweiz (ab 2022) im Freiland entzogen, da die Risiken für Bienen gross sind. Es gibt aber weiterhin Notfallzulassungen und Neonicotinoide, die zugelassen sind [2]. Hier können Sie den vollständigen Forschungsbericht und Empfehlungen der EASAC (europäische Akademien) nachlesen. Seitdem zeigen immer mehr Untersuchungen, dass Neonicotinoide zum Teil länger im Boden verweilen als angenommen, sich in Regenwürmern ansammeln können [3] und Nützlingen stark schaden können. Auch bei Libellen und Wasserinsekten beobachtete man einen Populationsrückgang, wo zuvor hohe Neonicotinoid-Konzentrationen prophylaktisch appliziert wurden [4]. Toxische Effekte wurden auch bei Vögeln [5], Fledermäusen [6] und Rehen dokumentiert [7]. Der Hersteller kritisierte in einer Stellungnahme, dass Studien mit unrealistischen Konzentrationen durchgeführt wurden oder oft Laborversuche sind, die nicht den tatsächlichen Feldbedingungen entsprechen würden.
Abdrift: Pflanzenschutzmittel bleiben oft nicht an Ort und Stelle
Ein weiteres Problem: Die Stoffe bleiben nicht zwingend an Ort und Stelle. Durch Abdrift von Staubpartikeln, durch Wind und Gewässer oder durch die Mobilität von Tieren und Insekten können sie verteilt werden. Eine weitere Studie in der Schweiz [8] fand Imidacloprid, Clothianidin, Thiamethoxam in 98.3% von konventionell bewirtschafteten Böden und in 42.5% von biologisch bewirtschafteten Böden, obwohl Neonicotinoide im Biolandbau verboten sind. Man vermutet, dass die Stoffe durch Abdrift in benachbarte Gebiete gelangten. Trotz der Bedenken gegenüber Neonicotinoiden ist Acetamiprid, auch ein Neonicotinoid, weiterhin zugelassen. In der Schweiz wird es im konventionellen Anbau oft bei Kirschen und Beeren verwendet, da es sehr effektiv gegen die Kirschessigfliege ist. Es gilt als weniger schädlich als die bereits Verbotenen. Der Wirkmechanismus ist allerdings ähnlich und es ist nach wie vor umstritten, ob dieser Wirkstoff tatsächlich weniger schädlich für Bienen und die Umwelt ist. In Frankreich ist auch Acetamiprid seit 2018 verboten.
Unterschätzte Cocktail-Effekte und Nahrungsstress machen Bienen anfälliger für Insektizid-Schäden
Heute weiss man, dass Mangelernährung die Bienen nicht nur direkt schwächt, sondern sie auch anfälliger gegenüber Insektiziden macht und dass Cocktail-Effekte (Mischungen verschiedener Insektizide und Pflanzenschutzmitteln) nicht zu unterschätzen sind. Eine Studie vom Agroscope untersuchte, ob ein optimales Blühangebot die negativen Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Rote Mauerbiene verringern kann [9,10]. Die Forscher beobachteten, dass das Insektizid Flupyradifuron eine schädlichere Wirkung auf nahrungsgestresste Rote Mauerbienen haben kann, obwohl dieser Wirkstoff in der EU als bienenverträglich eingestuft wird (wurde auf Honigbienenvölker getestet). Bienen, die nur einseitige Pollenquellen erhielten, erlitten mehr Schaden durch das Insektizid als Bienen, die verschiedene Pollenquellen zur Verfügung hatten. Flupyradifuron wirkt ähnlich wie die Neonicotinoide und stört die Signalübertragung der Nerven bei Insekten. Im Gegensatz zu Neonicotinoiden, von denen die Mehrheit wegen ihres Risikos für Bienen in der EU und später auch in der Schweiz verboten wurde, gilt dieser Stoff als bienenverträglich und wird auch in blühende Kulturen gespritzt. In der Schweiz ist dieses Mittel bisher zum Glück nicht zugelassen, wird aber in vielen anderen Ländern angewendet, auch in der EU. Mehr dazu in der Bienenzeitung (05/2021), ab Seite 20.
Wichtige Vorstösse zu pestizidfreier Produktion
In der biologischen Landwirtschaft sind Neonicotinoide verboten, wie alle chemisch-synthetischen Mittel. Aber auch im Bio-Landbau kommen Fungizide und Insektizide zur Anwendung, wie zum Beispiel Spinosad, das schädlich für Bienen ist. Anders als im konventionellen Landbau ist der Fokus aber zuerst vermehrt auf einem Zusammenspiel von Biocontrol-Organismen (das heisst, Nützlinge wie z.B. Schlupfwespen, Marienkäfer oder Raubmilben oder auch Bakterien, die sehr spezifisch helfen Schädlinge in Schach zu halten), Züchtung robusterer Sorten, Kulturmassnahmen (Bewässerungszeitpunkte, ausgewogene Fruchtfolge), funktionelle Biodiversität /z.B. Blühstreifen, um Nützlinge anzulocken. Am Forschungsinstitut für biologische Landwirtschaft (FiBL) gab es Versuche für eine pestizidfreie Apfelbaumanlage [11], wo verschiedene Massnahmen kombiniert wurden: Resistente Sorten, Blühstreifen, Untersaaten, Hecken und Buntbrachen, angepasster Baumschnitt. In 7 Versuchsjahren etablierte sich eine grosse Vielfalt an Insekten, so dass die Schädlinge meist gut von den Nützlingen reguliert wurden und auf Insektizide verzichtet werden konnte. Es gab aber auch Grenzen: Ohne Fungizide kam es zu „unschönen“ Makeln wie schwarzen Regenflecken oder Durchbruch der Schorfresistenz. Solange Kunden auf optisch perfekte Äpfel bestehen, bleibt ein völliger Verzicht auf Fungizide schwierig. Der Versuch zeigt aber, dass mit der Kombination verschiedener Massnahmen auf Insektizide verzichtet werden könnte.
In Europa und in der Schweiz gibt es erste Ansätze für einen „dritten Weg“ zwischen konventioneller Landwirtschaft und Biolandbau, wo Landwirt:innen zwar auf synthetische Pestizide verzichten, ohne komplett auf Bio umzustellen. Das ist für manche Landwirt:innen oft einfacher umzusetzen als eine komplette Umstellung des ganzen Betriebes. Schweizer Landwirt:innen erhalten seit ein paar Jahren Direktzahlungen für eine pestizidfreie Produktion von Getreide oder Raps. Seit 2019 gibt es zudem ein Programm von IP Suisse, bei dem Landwirt:innen für pestizidfrei produziertes Brotgetreide circa 30% mehr Geld erhalten als bei konventionell produziertem. Diese Anreize sind wichtig, denn eine Umstellung auf eine pestizidfreie Produktion ist oft ohne Unterstützung weniger rentabel – eine Reduktion der Pestizide wäre aber enorm wichtig für die Umwelt und die Gesundheit von Bienen und anderen Lebewesen.
Invasive Arten und Krankheiten
Varroa
1977 wurde die Varroamilbe mit Asiatischen Honigbienen erstmals ungewollt nach Europa eingeschleppt. Seitdem hat sie sich rasant verbreitet und ist mittlerweile auf der ganzen Welt zu Hause. Sie schädigt die Honigbienen und ihre Brut, schwächt sie und steht im Verdacht Viren wie das Flügeldeformationsvirus zu übertragen. Wildbienen sind zwar nicht direkt von der Varroa betroffen, aber indirekt. Denn der Flügeldeformationsvirus kann auch auf Wildbienen übertragen werden, z.B. wenn befallene Honigbienen und Wildbienen sich zeitnah Blüten teilen. Meistens sind die Honigbienenvölker nicht in der Lage, sich eigenständig gegen die Varroamilbe zu behaupten. Es gibt zwar Bestrebungen Honigbienenvölker zu züchten, die resistenter gegen die Varroa sind, in den meisten Fällen sind verschiedene Säurebehandlungen und Massnahmen durch die Imker:innen aber weiterhin unerlässlich, um die Varroa in Schach zu halten und so auch die Verbreitung der Viren zu bremsen.
Tropilaelaps
Zwei weitere parasitische Milbenarten können die Europäische Honigbiene befallen. Tropilaelaps clareae und mercedesae stammen ursprünglich aus Asien und wurden in den letzten Jahren bereits in Osteuropa gefunden. Sie sind kleiner als die Varroa und vermehren sich schneller, was zu hohen Völkerverlusten führen kann. Auch sie können das Flügeldeformationsvirus übertragen. In der Schweiz wurde bisher kein Vorkommen festgestellt. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es auch hier eingeschleppt werden kann. Deshalb ist es extrem wichtig, keine Bienen zu importieren und im Verdachtsfall eines Befalls, den Bieneninspektor beizuziehen. Weitere Informationen hier.
Asiatische Hornisse
Eine weitere Bedrohung für Honigbienen, aber auch für Wildbienen und andere einheimische Insekten ist die invasive Asiatische Hornisse, die sich rasant in der Schweiz ausbreitet und Imker:innen vor grosse Herausforderungen stellt. Asiatische Hornissen jagen oft gemeinsam vor einem Bienenstock, was dazu führt, dass die Bienen nicht mehr ausfliegen, um Wintervorräte anzulegen. Zudem jagen diese Hornissen im Vergleich zu Europäischen Hornissen deutlich öfter Bienen. Etwa 40% ihrer Beute sind Honigbienen. Bereits geschwächte Völker können den zusätzlichen Druck durch die Asiatische Hornisse oft schlechter wegstecken.
Die wirksamste Methode, die Ausbreitung einzudämmen, ist das Vernichten der Nester. Gesichtete Nester können hier gemeldet werden.


Literatur
Zum Weiterlesen zum Thema Wildbienenschutz:
Zurbuchen A., Müller A. (2012). Wildbienenschutz – von der Wissenschaft zur Praxis. Haupt Verlag, Bern
Literaturverzeichnis/Zum Weiterlesen über Pflanzenschutzmittel:
[1] Möhring, N., Ingold, K., Kudsk, P. et al., Pathways for advancing pesticide policies. Nature Food 1, 535–540 (2020). https://doi.org/10.1038/s43016-020-00141-4
[2] European Academies’ Science Advisory Council (EASAC). (2023). Neonicotinoids and their substitutes in sustainable pest control. EASAC
[3] Pelosi, C. et al. (2021). Residues of currently used pesticides in soils and earthworms: a silent threat? Agriculture, Ecosystems and Environment 305, 07167
[4] Cavallaro, M.C. et al. (2019).Neonicotinoids and other agricultural stressors collectively modify aquatic insect communities.
Chemosphere 226, 945–955
[5] Eng, M.L., Stutchbury, J.M. and Morrissey, C.A. (2019). Aneonicotinoid insecticide reduces fueling and delays migration in
songbirds. Science 365 (6458), 1177–1180
[6] Wu, C. et al. (2020).Effects of imidacloprid, a neonicotinoid insecticide, on the echolocation system of insectivorous bats.
Pesticide Biochemistry and Physiology 163, 94–101
[7] Berheim, E.L. et al. (2019). Effects of neonicotinoid insecticides on physiology and reproductive characteristics of captive female and fawn white-tailed deer. Scientific Reports 9, 4534
[8] Riedo, J. et al. (2021). Widespread occurrence of pesticides in organically managed agricultural soils—the ghost of a conventional agricultural past? Environmental Science & Technology, http://dx.doi.org/10.1021/acs.est.0c06405
[9] https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/umwelt-ressourcen/biodiversitaet-landschaft/oekologischer-ausgleich/wildbienen-und-bestaeubung/poshbee.html (Zugriff 5.2.2026)
[10] Schweizerische Bienenzeitung 05/2021, Bienen mit Nahrungsstress reagieren sensitiver auf ein Pflanzenschutzmittel, Mathias Albrecht und Anina Knauer (Agroscope), Artikel ab Seite 20
[11] Pestizidfreie Apfelproduktion dank Systemdesign und Biocontrol https://www.fibl.org/de/themen/projektdatenbank/projektitem/project/189 (Zugriff 7.2.2026)

