Wespe, Biene oder Schwebfliege?

Manchmal werden die Schwefliegen mit Bienen verwechselt - auch weil man sie häufig auf Blüten antrifft.

Zum Verwechseln ähnlich

Schwebfliegen werden häufig mit Bienen verwechselt – mindestens jene, welche ein gestreiftes Abdomen (Hinterleib) aufweisen. Wenn sie ruhig auf einer Blüte sitzen, kann man sie bei genauem Hinsehen relativ gut unterscheiden: Fliegen haben nur zwei Flügel (im Gegensatz zu den Bienen mit vier Flügeln), sehr grosse Facettenaugen, welche den Kopf seitlich fast ganz einnehmen, und wesentlich kürzere Fühler. Der Flug der Schwebfliegen unterscheidet sich auch stark von demjenigen der Bienen: wie es der Name sagt, können Schwebfliegen aufgrund der sehr hohen Flügelschlag-Frequenz (bis 300 mal pro Sekunde) und mit ihren Schwingkölbchen (Halteren) in der Luft schweben. Die Schwingkölbchen oder Halteren sind umgewandelte Hinterflügel bei Zweiflüglern, zu denen die Schwebfliegen gehören. Sie dienen dem Drehsinn beim Flug dieser Insekten.

Adulte Schwebfliegen finden sich häufig auf Blüten (wo man sie dann gerne mit Bienen verwechselt), bevorzugen aber aufgrund ihrer relativ kurzen Zunge gerne Röhrenblüten. Sie sind wie die Bienen wichtige Bestäuber von Wildpflanzen und ernähren sich auch von Pollen und Nektar. Dies im Gegensatz zu ihren Larven, welche, je nach Art,  ein breites Spektrum an Nahrung suchen: als Pflanzen- und Abfallfresser bis hin zu Räuber und Parasiten. Die Larven von mehreren Arten fressen Blattläuse und gelten als Nützlinge. Andere Larven leben in zersetzendem Holz, legen Gänge in Blättern an oder fressen sich wie die Narzissen-Schwebfliege in Blumenzwiebeln satt. Manche Spezialisten nisten sich in Hohlräumen wie Hummel- oder auch Ameisenbauten ein.

Schwebfliegen gehören zu den Fliegen und zur artenreichen Insektenordnung der Zweiflügler (Diptera). Auch Stubenfliegen, Bremsen und Stechmücken zählen zu den Zweiflüglern.

Ein Schwebfliegen-Weibchen auf einer Blüte. Im Gegensatz zu Bienen hat sie nur 2 Flügel und sehr grosse „Facettenaugen“ und kurze Fühler. (Foto: Rudolf Büchi, ETH Bildarchiv)

Eine Biene, die wie eine Wespe aussieht

Jeder kennt wohl die gelb-schwarz gestreifte Wespe, die am liebsten auch ein Stück Fleisch oder den feinen Sirup an einem Grillabend probieren möchte. Es gibt aber auch tatsächlich Bienen, die auf den ersten Blick aussehen wie diese Wespen. Sie heissen Wespenbienen, sind meistens auch gelb-schwarz gezeichnet wie die Gemeine Wespe und weniger behaart als andere Bienen. Das liegt daran, dass sie selbst keinen Pollen sammeln und daher auch nicht viele Haare brauchen, an denen die Pollenkörner haften. Sie sind nämlich so genannte „Kuckucks- oder Schmarotzerbienen“ – sie bauen keine Nester selber, sondern legen ihr Ei heimlich, wenn ein Weibchen auf Futtersuche ist in den Nestern anderer Wildbienenarten ab.

Die Rothaarige Wespenbiene fliegt die Nester von drei verschiedenen Sandbienen an, eine davon ist die Aschbraue Sandbiene. Die Wespenbiene wartet, bis die Sandbiene ihr Nest verlässt. Um unentdeckt zu bleiben, tarnt sie sich mit einem Duftstoff, der mit dem der Sandbiene identisch ist. Kaum ist die Sandbiene weg, krabbelt sie ins Nest und legt ihr Ei in die Larve des Wirts und der ganze Pollenvorrat wird dann vom Nachkommen der Wespenbiene aufgefuttert. Je weiter weg die Wirtsbiene fliegen muss, um genug Blüten zu finden, desto länger ist ihr Nachwuchs unbewacht und den Schmarotzerbienen und anderen Gefahren ausgesetzt.

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