Engagement mit Herz: Ein Gespräch mit Claudia Bregy-Eyer 

Claudia Bregy-Eyer ist Präsidentin der Stiftung für die Bienen, Imkerin und Mutter von zwei Kindern. Sie lebt im wunderschönen Wallis – und begleitet das Summen der Bienen schon seit ihrer Kindheit. Mit viel Herzblut setzt sie sich für den Schutz von Honig- und Wildbienen und eine vielfältige Natur ein.

Was hat dich zum Thema Bienen und Imkerei geführt? Was fasziniert dich daran? 

Neben meinem Elternhaus steht ein Bienenstand, den schon mein Grossvater gebaut hat. Zusammen mit ihm und meinem Vater durfte ich als Kind zu den Bienen gehen. Die Honigernte war jedes Jahr ein Familienanlass – Gross und Klein halfen mit, unter der Aufsicht meiner Grossmutter. Für mich war es selbstverständlich, später den Grundkurs zu absolvieren und selbst zu imkern. In unserer hektischen Welt mit Termindruck entspannt das Summen der Bienen ungemein. Wer mit ihnen arbeitet, muss ruhig werden – nur so gelingt ein harmonisches Miteinander. Von der Organisation eines Bienenvolkes könnten wir Menschen viel lernen: ein klar strukturiertes Mit- und Füreinander. 

Was hat dich dazu bewogen, dich für die Stiftung zu engagieren – und wie ist sie entstanden? 

Im Sommer 2019 entstand im Zentralvorstand von BienenSchweiz die Idee, eine eigene Stiftung zu gründen. Vom Vorstand wurde ich als Präsidentin gewählt – und heute bin ich stolz, dieses Amt ausüben zu dürfen. Der Verband BienenSchweiz vertritt vor allem die Anliegen der Imkerschaft. Uns war es aber wichtig, dass nicht nur die Honig-, sondern auch die Wildbienen geschützt werden. Alle Bestäuber sind essenziell für unsere Nahrungssicherheit und Artenvielfalt. Dass bereits 45 % der über 600 Wildbienenarten in der Schweiz bedroht sind, ist alarmierend – das wollen wir ändern. Mit der Stiftung unterstützen wir Projekte, die sowohl Bienen als auch der Biodiversität zugutekommen. Als Mutter von zwei Kindern liegt mir unsere Umwelt besonders am Herzen. Wir wollen (wieder) mehr Natur – auch für unsere Kinder. 

Welche Themen stehen im Mittelpunkt eurer Arbeit – und wie bewirkt ihr konkret etwas? 

Die Stiftung unterstützt Projekte und Initiativen, die Wild- und Honigbienen schützen oder die Biodiversität fördern. Das ist im Stiftungszweck klar geregelt. 
Vorzugsweise finanzieren wir Projekte von BienenSchweiz oder aus der Imkerschaft mit. Auch Dritte können Ideen einreichen, wenn sie mit dem Stiftungszweck übereinstimmen. Entscheidend ist für uns, dass ein Projekt wirksam ist, überregional wirkt und der Biodiversität dient. 
Neben konkreten Projekten liegt uns auch die Sensibilisierung von Kindern und Erwachsenen am Herzen – für den Bienenschutz und das Verständnis von Lebensräumen. 

Mit wem arbeitet die Stiftung zusammen – und wie können Interessierte helfen? 

Damit wir Projekte weiterentwickeln können, sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Jede Spende zählt – unabhängig von der Höhe oder ob es eine einmalige oder wiederkehrende Spende ist. Gerade Mehrfachspenden geben uns Planungssicherheit und ermöglichen nachhaltigere Unterstützung. Aber auch Anlassspenden – etwa zu Geburtstagen, in Schulen oder von Unternehmen – sind wertvolle Beiträge. 
Besonders freuen wir uns über Menschen, die unsere Arbeit weiterempfehlen und so andere inspirieren, sich ebenfalls für die Bienen zu engagieren. 

Welche Herausforderungen begegnen dir aktuell – und wo siehst du Chancen für die Zukunft? 

Die Stiftung ist noch wenig bekannt und setzt ihre Kommunikationsmittel bewusst sparsam ein – wir möchten so viel wie möglich in Projekte investieren. Wirkung ist für uns das zentrale Kriterium. Deshalb setzen wir Ressourcen gezielt ein und arbeiten mit Partnern zusammen, um Synergien zu schaffen. Das Thema Biodiversität erhält zwar zunehmend Aufmerksamkeit, dennoch bleibt es eine Herausforderung, Menschen zu erreichen, die wirklich etwas bewegen wollen. Eine grosse Chance sehe ich darin, dass wir sowohl schweizweit als auch regional wirken. Eine Spende an die Stiftung hat also direkten Einfluss auf den eigenen Lebensraum – und damit auf die Lebensqualität von uns allen. 

Wenn wir alle dazu beitragen, dass es in unseren Dörfern, Städten und Feldern wieder summt und blüht, dann gewinnen nicht nur die Bienen – sondern wir alle.

Claudia Bregy-Eyer, Präsidentin Stiftungsrat Stiftung für die Bienen